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Mangel an Museumsknoten : Vernetzungsfähigkeit einer Gedächtnisorganisation

„Vernetzung“ und „networking“ sind Wörter, deren Beliebtheit gegenüber den älteren „Zusammenarbeit“ und „Kooperation“ offensichtlich zunimmt. Diese sprachliche Entwicklung spiegelt unter anderem die drastische Erweiterung von Verbindungen zwischen Daten und Informationen wider, die das World Wide Web durch Hypertext ermöglicht hat.

Das semantische Netz bietet dem WWW gegenüber eine qualitative Steigerung, indem das „manuelle“ Verknüpfen und Auswerten durch „maschinelles“ ersetzt werden kann. Der aktuelle Stand bei der Digitalisierung von Museumsobjekten zeigt, dass diese Möglichkeit vor allem für umfangreiche Sammlungen unabdingbar ist, wenn qualitativ hochwertige Informationen über das kulturelle Erbe in der öffentlichen Wahrnehmung auch zukünftig eine wichtige Rolle spielen sollen.

„Quod non est in actis non est in mundo“ – was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt – könnte heute abgewandelt werden in: was nicht im Netz ist, wird nicht mehr oder verzerrt wahrgenommen (Problem der gelben Dienstmagd mit Milchkrug). Für Museen als Gedächtnisorganisationen wäre dies eine fatale Perspektive. Anhand ausgewählter praktischer Beispiele sollen die Vernetzungsfähigkeit von Museen betrachtet und Wege zur kollaborativen Nutzung bereits vorhandener Normdaten und angewandter semantischer Strukturen skizziert werden.

Die Vernetzung mit Normdaten und etablierten Daten- und Informationsstrukturen ermöglicht nicht nur die Anwendung neuer Forschungsmethoden der digitalen Geisteswissenschaften, sondern erlaubt auch die automatisierte Prüfung der Plausibilität von Aussagen anhand der zugrundeliegenden semantischen Modelle und kann so einen wichtigen Beitrag zur Einbindung in ein Vertrauensnetz leisten.

The popularity of the word “networking” is obviously increasing in comparison to the older “cooperation”. This change in language reflects, among other things, the drastic expansion of interconnections between data and information that the World Wide Web has made possible using hypertext.

The semantic web offers a qualitative advantage compared to the WWW insofar as “manual” linking and interpretation can be replaced by “machine-based”. The current level of digitization of museum objects shows, that this possibility is essential, especially for large-scale collections, to ensure that high-quality information about cultural heritage will continue to play an important role in public perception in the future.

“Quod non est in actis non est in mundo” – what is not in the files, is not in the world – could today be modified into: what is not in the Web is no longer perceived or is noticed in a distorted way (the problem of the yellow milkmaid). That would be a fatal scenario for museums as memory organizations. Based on selected practical examples, the networkability of museums will be examined and ways for the collaborative use of already existing standardized data and applied semantic structures will be outlined.

Networking with standardized data and well-established data and information structures not only makes it possible to apply new research methods in the digital humanities, but also allows the plausibility of statements to be checked automatically on the basis of the underlying semantic models, thus making an important contribution to integration into a network of trust.

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